Masayuki Kusumi und Jiro Taniguchi: Der Gourmet

von Cornelia Hüsser • 20.01.2024

Verlag: Carlsen Manga
368 Seiten • Softcover
Erscheinungsjahr: 2023
ISBN: 978-3-551-02400-8

Sport, Action oder Schmuddeleien: Mangas existieren in allen erdenklichen Genres, kaum etwas lässt sich nicht finden. Wer besonders gerne in andere Esskulturen eintaucht, lässt sich jetzt den Zweigänger «Der Gourmet» servieren.

Wer kennt es nicht: Man ist in der Stadt unterwegs, macht Besorgungen und merkt plötzlich, dass man den ganzen Tag noch nichts gegessen hat. So geht es zumindest dem Handlungsreisenden, der uns durch die zwei Bände von «Der Gourmet» und einmal quer durch Japan führt.

In 18 bzw. 13 Episoden sucht er – immer spontan und seinem kulinarischen Instinkt folgend – verschiedenste Lokalitäten auf. Im ersten Band setzt er hauptsächlich auf japanische Küche: Kaiten-Sushi, Donburi, Yakiniku und Udon stehen unter anderem auf der Speisekarte. Und da der Gourmet häufig für Kundenbesuche unterwegs ist, lernt man nicht nur regionale Spezialitäten, sondern auch die verschiedenen Stadtviertel Tokios kennen. Sogar im Shinkansen wird gespiesen.

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Etwas gewagter geht er die Sache dann im zweiten Band an; es gibt peruanische Küche, einen Ausflug nach Paris sowie eine ziemlich fragwürdig aussehende Pizza. Doch allen Episoden ist eines gemein: Obwohl der Gourmet – noch bevor das Essen auf dem Tisch steht – seine Wahl bereits in Zweifel zieht, bestellt er gerne nach, isst für zwei und ist am Schluss stets zufrieden.

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Während Autor Masayuki Kusumi seine Idealvorstellung eines Gourmets (spontan, selbstbewusst, abenteuerlustig) in die Geschichte einbringt, widmet sich Zeichner Jiro Taniguchi dem Ambiente der Stadt und der Restaurants. Jedem Menü wird ausserdem ein eigenes Panel gewidmet, die Bestandteile einzeln beschriftet und beschrieben. Dem westlichen Leser hilft zudem ein Glossar am Ende jedes Bandes, zu verstehen, was da überhaupt bestellt wurde.

Insgesamt ist «Der Gourmet» ein schöner Einstieg in die Welt der Gourmet-Mangas, sofern man sich gerne von Speisen und deren Präsentation (und nicht der Kochkunst an sich) einnehmen lässt. Es inspiriert auf alle Fälle für einen nächsten Restaurantbesuch.


Lieber selber Kochen? Das gelingt mit Japaneasy (hier in der veganen Variante), das auch das Bücherregal optisch aufwertet.