Tanja Kummer: Elvezia – Geschichten aus der Schweiz

von Cornelia Hüsser • 21.09.2025

Verlag: Knapp
173 Seiten • Hardcover
Erschienen: 29.08.2025
ISBN: 978-3-907334-42-3

Von Frauenfeld bis Genf, von Basel bis ins Engadin: Die Textsammlung «Elvezia» von Tanja Kummer lädt ein, die Schweiz zu entdecken.

Wie jedes Land hat die Schweiz so ihre Eigenheiten – und oft sind diese im Alltäglichen zu finden. Genau das zoomt die Ostschweizer Autorin Tanja Kummer in ihrem neuen Buch «Elvezia – Geschichten aus der Schweiz» heran. Mit einer Mischung aus fiktiven Erzählungen, persönlichen Erlebnissen und Reflexionen zum Lesen und Schreiben entsteht ein Porträt, das vom Bodensee bis zum Lac Léman reicht.

Da ist zum Beispiel die Geschichte von Neil, der sich dank seiner Hündin so sehr mit der Natur verbindet, dass er Teil von ihr wird. (Untypisch: Neils Chefin befürwortet einen Bürohund.) Oder die altbekannte Situation, wenn sich das Gespräch am elterlichen Esstisch den nächsten Abstimmungen zuwendet. (Links, rechts, die döt obe mached eh, was sie wännd.) Oder die fantastische Tatsache, dass man hierzulande in einen beliebigen Zug steigen kann (Billet vorausgesetzt), ihn an einem beliebigen Bahnhof wieder verlässt, und dank perfekt ausgeschilderter Wanderwege immer einen Weg zurück findet.

Selbst die lyrische Form findet Einzug in den Erzählband. So sinniert Kummer in einem Gedicht über die Atmosphäre am Züricher Hauptbahnhof, oder sie schildert einen gewöhnlichen Sonntag im Mittelland, so ereignislos wie das Mittelland selbst.

Alle Texte sind auf Hochdeutsch verfasst, durchsetzt mit charakteristischen Begriffen aus der Mundart. Das Vorwort der Musikerin und Komponistin Fatima Dunn beschreibt «Elvezia» als imaginären Soundtrack; im Epilog begegnen sich Autorin und Musikerin zum Gespräch über Heimat, die Schweiz, ihre Klänge und Gerüche. Ein schöner Band für alle, die gerne unterwegs sind.


Tanja Kummers Roman «Wäre doch gelacht» (Zytglogge, 2009) findet übrigens lobende Erwähnung im wieder erhältlichen Magazin «Riz Casimir – Betrachtungen zu einem Nationalgericht» von Slap Me Baby, Phosphor Kultur & Friends.