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Bildrausch Filmfestival Basel 2026

von Michael Bohli • 21.05.2026

Im Kino neuen Mut für die Zukunft schöpfen: Das Bildrausch Filmfestival in Basel liess mit fantastischer und anregender Filmauswahl die Zuversicht in uns keimen.

Wenn ich auf besuchten Ausgaben des Bildrausch Filmfestival in Basel zurückschaue, stimmen mich die gemachten Erfahrungen und Erinnerungen glücklich. Die Veranstaltung schafft es jedes Jahr eine bestechende Auswahl an Filmen aus aller Welt zusammenzustellen, aktuelle Themen anzusprechen und mich als Zuschauer zu fordern.

Unter dem Banner der Zuversicht lud die Organisation die Besucher:innen dieses Jahr dazu auf, die Welt und die kommenden Zeiten mit neu gewonnener Hoffnung zu betrachten. Keine naheliegende Empfindung, das Filmprogramm unterstrich den Begriff aber auf vielseitige Weise. Der Kinobesuch wurde zur Läuterung und förderte den kollektiven Austausch.

Lee Anne Schmitt zeigte mit ihrem grossartigen Essayfilm Evidence auf, dass Kreativität in reaktionären Zeiten Widerstand bedeutet – sie richtete ein helles Licht auf die John M. Olin Foundation, mit ruhigen Bildern und genialen Verbindungen. Emma Matthews und Christopher Petit wollte dies in ihrer persönlichen und ausschweifenden Doku D Is For Distance weniger gut gelingen.

Das Werk behandelte die Epilepsie-Erkrankung ihres Sohnes, mit Archivmaterial, geschichteten Bildern und zahlreichen Abzweigungen – was trotz essenziellem Inhalt den Fokus vermissen liess. Scheinbar ohne Ziel wanderte die Hauptperson von The Visitor durch seine ehemalige Heimat Litauen. Snacks, einzelne Begegnungen und der schwindende Sommer zeichneten ein melancholisches Bild; was den Preis für künstlerischen Wagemut einbrachte.

Bildtechnisch warm und naturalistisch festgehalten, ist der Spielfilm von Vytautas Katkus ein Stück über Wurzeln und Verbindungen, einige surreale Momente inklusive. Der Problematik der Heimat nahm sich die kanadische Filmemacherin Kunsang Kyirong an und untersuchte mit ihrem zurückhaltenden Film 100 Sunset die tibetische Diaspora.

Ohne kulturelle Stereotypen oder zu viele Erklärungen zu bieten, folgt der Film der jungen Kunsel durch die Tage, durch ihre Unsicherheiten und die Parallelwelten, die sich in der Vorstellung auftun können. Mit zahlreichen Metaebenen und zeitlicher Verspieltheit wurde Migration von Orian Yani Barki und Meriem Bennani auf die Leinwand gebracht.

Deren animierter Film Bouchra gewann nicht nur den Publikumspreis, die feinfühlige Erzählung über eine queere Marokkanerin in Brooklyn war herzerwärmend, fesselnd und fantastisch gemacht. Ebenfalls animiert war der Gewinnerfilm Ich bin nicht sicher aus dem Kurzfilmblock: Luisa Zürcher aus St. Gallen verwandelte eine Operation und den Spitalaufenthalt in eine sympathische und empathische Erfahrung.

Auch die restlichen Werke in der Zusammenstellung fanden Humor, neue Perspektiven und Bestärkung in diversen Themengebieten. Sehr schön auch, waren zahlreiche Filmemacher:innen beim Screening vor Ort und beantworteten Fragen. Solche Gesprächsrunden vertiefen bei allen Filmen das Erlebnis und förderten neue Erkenntnisse.

In der gebotenen Vielfalt, der Menschlichkeit und dem gezeigten Mut lieferte das Bildrausch 2026 zahlreiche Gründe für neue Zuversicht und bleibt für mich weiterhin das beste Filmfestival in der Schweiz.


Mehr Phosphor: Nachbarschaftliche Themen gab es am Bildrausch 2025 zu entdecken.

Bildrausch Filmfestival Basel 2026

Ort:
kult.kino und Stadtkino, Basel

Datum:
13. bis 17. Mai 2026

Website:
bildrausch-basel.ch

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