von Cornelia Hüsser • 08.09.2026
Struktureller Rassismus ist eine Realität in der Schweiz. Im Freien Kino im Ochsen Zofingen zeigen wir mit der Dokumentation «Je suis Noires» einen Einblick in die Erfahrungen Schwarzer Schweizerinnen.
Die Schweiz ist ein Land des Konsens und der Neutralität – zumindest stellt sie sich gerne so dar. Doch genau hier erheben sich neue Stimmen von Frauen, die strukturellen Rassismus benennen, Stereotype dekonstruieren und sich mit ihrer doppelten Identität als Schweizerinnen und als Schwarze auseinandersetzen.
Vor diesem Hintergrund unterhält sich die Journalistin Rachel M’Bon in ihrem Dokumentarfilm «Je Suis Noires» mit ganz unterschiedlichen Frauen: einer Psychologin, einer Bankerin, einer Juristin, einer Studentin. Sie sind hier aufgewachsen oder leben schon viele Jahre in der Schweiz, sie sind gut ausgebildet und bestens vernetzt. Und trotzdem erleben sie Tag für Tag, dass sie anders sind.
Da ist die Begegnung mit der Polizei, die einmal mehr Racial Profiling betreibt. Da ist der Traum eines kleinen Mädchens, am nächsten Morgen mit weisser Haut und glattem Haar aufzuwachen. Und da sind zahllose weitere Beispiele dafür, mit welchen Vorurteilen und Verletzungen Schwarze Frauen in der Schweiz zu kämpfen haben.
Ohne eine Schuldzuweisung zu machen, zeigen Rachel M’Bon und Regisseurin Juliana Fanjul, wie die Wahrheit aussieht: dass die Schweiz nämlich nach wie vor ein Problem mit strukturellem Rassismus hat. Den Kinosaal verlässt man bestenfalls mit geschärftem Blick für Diskriminierung im Alltag – oder mit dem Gefühl, nicht alleine zu sein.
Freies Kino: Je suis Noires
Ort:
Zum Goldenen Ochsen, Zofingen
Datum:
Dienstag, 22. September 2026 • Filmstart: 20.00 Uhr
Eintritt frei
Sprache: Französisch mit deutschen Untertiteln