Kino: Divine Comedy

von Michael Bohli • 22.04.2026

Regie: Ali Asgari
Land: Iran
Jahr: 2025
Verleih: trigon-film

Die Widersprüche im unterdrückenden System: Ali Asgari erzählt im Spielfilm «Divine Comedy» von den kulturellen Blockaden im Iran.

Zwar ist Bahram (Bahram Ark) ein im Ausland für seine kritischen und komplexen Filme gefeierter Regisseur, in seinem Heimatland Iran wird ihm das Leben als Filmemacher aber schwer gemacht. Seine neuste Produktion stösst bei der Kulturbehörde nicht nur wegen der türkischen Sprache auf Unverständnis. Auch seine Produzentin Sadaf (Sadaf Asgari) mit gefärbten Haaren sorgt für Provokation bei den Amtsträgern.

Ganz im Gegensatz dazu sein Zwillingsbruder Bahman, der mit Mainstreamproduktionen Geld macht und den Hollywoodstyle im Iran einbettet. Auf diesen Ausverkauf hat Bahram keine Lust und versucht seinen Film ohne Bewilligung vorzuführen – was die Sittenwächter auf den Plan ruft.

Nach dem düsteren und eindringlichen «Terrestrial Verses» legt der iranische Regisseur Ali Asgari mit «Divine Comedy» ein Werk vor, das den subversiven Widerstand im kulturellen Schaffen Irans illustriert. Reale Erfahrungen und Personen werden im Drehbuch zu fiktionalisierten Versionen ihrer selbst, die Unterdrücker zum Auslöser für komische, satirische Momente.

Inszenatorisch wirkt der Film trotz des realen und schweren Themas locker, die Dialoge sind direkt, die Figuren entlarven die vorherrschende Doppelmoral und Geldgier des Systems, die Musik unterstreicht den Humor. Wenn Kultur und Kreativität nicht mehr kritisch und persönlich, sondern nur noch dienlich sein soll, verliert sie ihre Seele und Relevanz.

Diese Aussage macht Asgari bei «Divine Comedy» auf ruhige und direkte Weise zugleich, mit statischen Kamerapositionen und sich in Bewegung befindenden Charakteren. Ähnlich wie beim Vorgängerwerk wird unsere Aufmerksamkeit geschickt auf die Worte gelegt, welche die versteckte Gewalt des Regimes offenlegen.


Spezialvorstellung: Samstag, 25. April um 18:00 Uhr im Arthouse Piccadilly Zürich. Regisseur Ali Asgari ist vor Ort mit dabei.