von Michael Bohli • 24.02.2026
Regie: Johanna Moder
Land: Österreich • Schweiz • Deutschland
Jahr: 2025
Verleih: Filmcoopi
Johanna Moder blickt mit «Mother’s Baby» in ungewohnter Weise auf das Thema Schwangerschaft und Geburt. Das erhoffte Glück wird im Spielfilm zum Horrortrip.
Welch Erleichterung, welch Glück: Julia und Georg hatten die Hoffnung auf ein gemeinsames Kind fast aufgegeben, der Besuch in einer Privatklinik bringt aber die Wende. Der direkt auftretende Dr. Vilfort löst sein Versprechen ein und Julia bringt ein kleiner Junge auf die Welt.
Mit der Geburt beginnen die Sorgen und Zweifel: Ist es wirklich ihr Kind? Warum wurde es für eine Nacht weggebracht und wirkt nun apathisch? Wurden heimlich Experimente am Baby durchgeführt? Und wieso scheinen das alle Männer weder zu erkennen noch zu glauben?
Bereits nach der ersten Szene macht sich in «Mother’s Baby» eine unangenehme und angespannte Stimmung breit, gemeinsam mit der Hauptperson Julia, welche gekonnt von Marie Leuenberger gespielt wird, versinken wir in einem Gefühlschaos und einem Strudel an Unsicherheiten. Regisseurin Johanna Moder verbindet das Thema der postnatalen Depression mit Genre-Elementen von Thriller und Horrorfilmen.
Beim Zuschauen beginnt das eigene Gehirn automatisch mit dem Spinnen von absurden, brutalen Erklärungsmöglichkeiten, die zu gewissen Teilen Experimente und Axolotl beinhalten. «Mother’s Baby» wird gegen Ende sehr dicht und aufreibend, verpasst aber den perfekten Abschluss und macht sich mit der Auflösung wenig gefallen.
Abgesehen davon ist Moders Film eine ungewohnte und spannende Sicht auf das Thema Geburt und Muttersein, bei dem besonders die Aspekte der patriarchalen Unterdrückung gelingen. Nicht nur hört Georg Julia nie richtig zu, ihre Bedenken und Aussagen werden von den männlichen Figuren stets überhört oder belächelt. Situationen, die jede Frau in unserer Gesellschaft erfahren hat.