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Luzia Hürzeler zeigt die Natur im Museum

von Michael Bohli • 26.06.2026

Was bedeutet es, die Natur und Tiere im Museum auszustellen? Luzia Hürzeler geht dieser Frage in der Ausstellung «Was sich als Natur zeigt» im Kunstmuseum Solothurn nach.

Völkerschauen, zoologische Gärten, naturhistorische Museen, Präparate: Andersartige Lebewesen fanden in kolonialistischen Ländern wie der Schweiz in unterschiedlicher Weise den Weg in Institutionen. Als Ausstellungsgegenstände, als Objekt des Staunens, als Forschung. In der Ausstellung «Was sich als Natur zeigt», gehen Luzia Hürzeler und Gäste den Hintergründen und Wirkungen nach.

Die Kunstausstellung ist selbst ein Forschungsgebiet, eine aufdeckende Auseinandersetzung mit Gegebenheiten und Taten. Installationen und Werken dienen als Diskussionsstarter und Essay. Damit brechen Hürzeler und Co. mit den Konventionen und berühren damit in uns allen Erinnerungen. Denn museale Erzählungen entsprechen meist nicht der Realität und kamen nur durch Gewalt, Übergriffe und Unterdrückung zustande.

Videoarbeiten, Gemälde, Fotografien und räumlich geordnete Themen wie die Wolfsjagd in der Schweiz, der «Berner» Gorilla im Schaukasten oder präparierten Überfluss präsentieren sich unaufgeregt aber mit viel im Hintergrund erledigter Arbeit. Die Recherchen, welche «Was sich als Natur zeigt» zugrunde liegen, ermöglichen eine vertiefte und vielseitige Auseinandersetzung mit dem Thema.

Dass das Kunstmuseum Solothurn selbst als «Museum der Kunst und Wissenschaft» gegründet wurde und viele Objekte aus der nahen Umgebung oder Hürzelers Leben stammen, bringt die emotionalen und regionalen Aspekte gelungen ins Haus. Die gezeigte Kunst ist eine Auseinandersetzung mit Kolonialismus, Geschichtsschreibung, Herrschaft und Macht. Der Blick in die Vergangenheit wird zum ersten Schritt in eine faire Zukunft mit korrekter Repräsentation aller Lebewesen.

Luzia Hürzeler & Gäste – Was sich als Natur zeigt

Ort:
Kunstmuseum, Solothurn

Datum:
07.06. bis 04.10.2026

Website:
kunstmuseum-so.ch

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