von Michael Bohli • 08.03.2026
Bildschirme und Displays im Museum: Die Ausstellung «Mehr Licht. Video in der Kunst» im Aargauer Kunsthaus in Aarau beschäftigt sich auf fesselnde Weise mit den bewegten Bildern.
Egal ob du diesen Bericht mit Smartphone oder Desktop-PC liest, unser Beitrag wird erst durch Bildschirme sichtbar gemacht. Doch in der heutigen Welt laufen wir Gefahr, dass wir zu viel Zeit vor den Geräten und Screens verbringen. Warum also nicht ohne Telefon ins Aargauer Kunsthaus?
Die Ausstellung «Mehr Licht. Video in der Kunst» zelebriert die bewegte Kunst und die Möglichkeiten des Geschichteerzählens mit Video, TV und Bildschirm. Die dreigeteilte Präsentation ist Rückschau, technische Forschung und Rahmensprengung zugleich. Neben längeren Videoarbeiten finden frühe Experimente und moderne Ideen ihren Platz.
Das alles verleiht der Ausstellung eine reizvolle Wirkung, bei der jeder Raum überrascht und zum Staunen einlädt. Der lockere Umgang mit Licht und Bild steht bei den Arbeiten vieler Künstler:innen im Vordergrund, das Museum wird zur Spielwiese. Zilla Leutenegger verwandelt mit subtilen Mittel den White Cube in eine gemütliche Stube, Eric Hattan knuspert und raschelt sich durch das Treppenhaus, Augustin Rebetez verleiht der Stop-Motion-Technik eine chaotische Note.
Das ist technisch zwar ausgefeilter als bei den Arbeiten aus den Sechziger- und Siebzigerjahren, zeugt aber vom gleichen Erfindergeist. Kamera und Bildschirm dienen weiterhin dazu, Aspekte unserer Welt zu hinterfragen und auf Details fokussiert widerzugeben. Spielzeughelikopter werden in Kisten gesperrt, zahlreiche Bildschirme zu einem flackernden Haufen an Material und Flammen, Szenerien auf mehreren Leinwänden zeitgleich wiedergegeben.
Auch die Technik lädt zur Erkundungstour ein, was heute mit digitaler Projektion passiert, war früher ein klobiges Unterfangen mit beschränkter Laufzeit. Dank der Videocompany aus Zofingen wurden die notwendigen Geräte in Aarau passend installiert, es brummt und flimmert im Museum. Projektoren und Kästen zeigen sich gelungen zurückhaltend auf einfachen Holzgestellen.
Zusätzliche Geschichten und Erfahrungen bietet übrigens das Kunstmuseum Solothurn, in dem bis zum 17. Mai 2026 eine komplementäre Ausstellung stattfindet.
Mehr Licht. Video in der Kunst
Ort:
Aargauer Kunsthaus, Aarau
Datum:
31.01. bis 25.05.2026
Website:
aargauerkunsthaus.ch
Titelfoto: ullmann.photography • Nam June Paik (1932–2006), Fire Piece, 1992