von Michael Bohli • 22.08.2025
Hingabe und Kreativität waren auch 2025 die zentralen Themen am Festival am Gleis in Aarau. Erneut begeisterte das Event mit Menschlichkeit, Einfallsreichtum und Programm, wir waren mit dabei.
Zugegebenermassen war unser Besuch am Festival am Gleis Aarau dieses Jahr etwas verzettelt, nicht weniger eindrücklich hingegen die erlebten Stunden. Auch wenn wir uns nicht die vollen drei Tage gaben, war in jeder Sekunde auf dem Wenk-Areal die Leidenschaft der Macher:innen zu spüren.
Erneut zeigte sich das Festival in selbstgemachtem Erscheinungsbild, mit tollen Aufbauten, süssen Dekorationen und witzigen Einfällen. Vor der Hauptbühne spannten sich Kabel mit zahlreichen Fernbedienungen, hinter dem Jugendzentrum wurde zur Jam-Session geladen und auf der Schöfliwiese durften wir dem Raumfahrtprogramm beitreten.
Richtig gelesen, das Festival am Gleis zeigte sich dieses Jahr mit vergrössertem Gelände und nutzte die Fläche für mehr Sitzgelegenheiten, Essensmöglichkeiten und Filmvorführungen. Nebst einem Block mit Aargauischen Kurzfilmen (und unsere erneute Begegnung mit «Pipes» von Kilian Feusi), flimmerten am Samstag drei Skate-Videos über die Leinwand – die Anwesenden waren zahlreich und begeistert. Crazy stuff!
Die Ausweitung der Kreativität und Kulturliebe setzte sich mit Kinderprogramm, Open Stage (voller überdimensionaler Werkzeuge) und Tätowiermöglichkeit fort. Die besten Beweise, dass Festivals ausserhalb der Konsumgier und ohne riesige Sponsoren viel mehr Freude machen und zahlreiche Menschen in Safe Spaces zusammenbringen.
Klingend logischerweise die Konzerte, voller Vielfalt und Überraschungen. Bereits am Donnerstagabend gab es Diversität mit Manta Youf und 3Yooni, am Freitag lieferten Barrio Colette Wildheit und Genre-Hoping, bevor Ash The Ash die Gitarrenmusik mit Wave-Vibes versahen. Vorhersehbar war bei diesen Shows wenig.
Ausserhalb der Norm zeigten sich am Samstag Bahnhofbuffet Chancental, die als Trio mit Vocoder, DJ, Torte, Seifenblasenmaschine und Gastauftritte den Begriff Konzert auf beste Weise ausdehnten – und Winterthur mit Aarau verknüpften. Emotional mitreissend und rau, im Gegensatz zur zelebrierten Sehnsucht von Dennis Kiss und seiner Band. Die in der Abendsonne gespielten Lieder verbanden Aarau mit Hamburg, unsere Herzen mit melancholischen Träumen und das Festival mit Glückseligkeit.
Zu den Beats und Worten von Flexfab feat. Ziller Bas entschwanden wir in die Nacht. Festival am Gleis, du bist und bleibst grossartig. Vielleicht sollten wir echt auch nach Aarau umziehen.
Mehr Phosphor: Auch 2024 haben wir das Festival in Aarau besucht.
Festival am Gleis
Ort:
Wenk Areal, Aarau
Datum:
14. bis 16.08.2025
Website:
festivalamgleisaarau.ch
Grafik:
Alexandra Siebert