Little Love: Blushed

von Michael Bohli • 04.11.2023

Genre: Dreampop
Erscheinungstermin: 16.09.2023
Label: Self-Released
Website: instagram.com/rea…

Zu traurig oder zu positiv? Auf die Lieder von Little Love aus Winterthur kann beides zutreffen. Dreampop auf eine andere Art gibt es mit der EP «Blushed».

Wie sich die Sounds bei «Gargantua» im Kreis drehen und leicht ausscheren ist fesselnd. Die Synthesizer transportieren ein Gefühl, das sich nicht klar einordnen lässt und die Spannung des Dreampop von Little Love gelungen unterstreicht. Im Gegensatz zum Namensgebenden Riesen bleibt die Band aus Winterthur aber in Bodennähe.

Ob es traurige Musik für glückliche Menschen oder glückliche Musik für traurige Menschen ist, «Blushed» wirkt zweischneidig. Die Lieder werden von den Synthies bestimmt, die Popmusik wird bei Little Love wolkenverhangen und melancholisch. Dazu passend wurden die Lieder in einem unterirdischen Studio aufgenommen, von heiterem Sonnenschein spürt man dort wenig.




Verlockend ist es trotz all diesen Vorzeichen sehr, wenn sich Little Love in «The Game» starten, mit gutem Rhythmus, hellen Klängen und dem Gesang, der in der Realität bleibt. Traurige Gedanken, Zweifel und leichte Depressionen bestimmen die Zeilen, dazu gibt es bei «Laidback» funky Basspiel. Nicht verwunderlich, dass «Ibiza» kein Partyhit ist.

Die düstere Stimmung, die analogen Sounds und die tatkräftige Unterstützung von Freund:innen und Familie helfen, dass man sich in Little Love verliebt – die Schwermut stört keinesfalls. Dafür ist es erlaubt beim Zuhören laut zu Seufzen.