M$G: Massage

von Michael Bohli • 13.12.2023

Genre: Trap • Electro
Erscheinungstermin: 13.12.2023
Label: Self-Released
Website: m-s-g.love

Zu zweit gegen die Welt: «Massage» ist eine direkte Botschaft aus Willisau in Trap-Form. Das Duo M$G demontiert mit dem Debütalbum Ungerechtigkeiten und Gesellschaft.

Trap, aber keine Falle. Oder zumindest nur für die zwanghaften Verhalten und Gedanken der patriarchalen Unterdrückung. Beim Duo M$G finden zwischen Flötensounds, Beats und Synthesizerhooks Überlegungen zum Thema Männlichkeit, Konsum und Politik statt. «Massage» is the message.

Meist hilft es, die Perspektive zu wechseln und Sorgen, Aussagen und Situationen aus anderer Sicht zu betrachten. M$G, die mit «Massage» ihr Debütalbum vorlegen und in 13 Songs grenzwertigen Techno mit sarkastischem Trap verbinden, werden etwa zu Delfinen, entlarven die Lügen der alten weissen Männer und besingen die Verlorenheit der heutigen Generation («Weissnoniggnau»).

Entstanden ist die Musik zwischen Luzern und Basel, die zwei Jungs stammen aus Willisau und rupfen mit ihrem Herkunftskanton auf «Hopp Lozärn (explicit disstrack)» ein politisches Hühnchen. Verdientermassen, Luzern konnte sich in den letzten Jahren nicht mit guten Entscheidungen brüsten. Da hilft auch die «IKEA ANTHEM» über den Kapitalismus nicht weiter.

Nicht nur Geldsorgen sind bei M$G zentral, es wird auf der Platte über die psychische Verfassung («gg?»), den kaputten Ausgang («Am 8i hei») und die nötige Nähe («Kuschle») gerappt. Das ist bissig, unterhaltsam, zusammengebastelt und frech. Der tägliche Kampf nehmen uns die Jungs nicht ab, machen die Struggles aber aushaltbar.