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Fantasy 2026: Freunde, Food, Fun

von Michael Bohli und Cornelia Hüsser • 19.05.2026

Nach der letztjährigen Begeisterung waren wir erneut mehrere Tage an der Fantasy Basel unterwegs. Zwischen Fan-Kultur, Kunst und Merchandise Madness: Unsere Eindrücke.

Unsere letztjährige Rückkehr an die Fantasy Basel begeisterte nachhaltig; nur zu gerne haben wir uns erneut für zwei Tage an die grösste Popkultur-Convention in der Schweiz begeben. Auch 2026 war das Event beeindruckend, überwältigend und famos.

Egal, ob das Herz für Gaming, Bücher, Filme, Weltraum, Brettspiele, K-Pop oder Asian Culture schlägt – es war für alle etwas dabei. Selbst dann, wenn der einzige Kontakt mit Nerdtum darin bestehen sollte, Grogu niedlich zu finden (kurz vor Kinostart war er omnipräsent). Beim Cosplay liess sich beobachten, dass es für erfreuliche Reaktionen von Besucher:innen keinesfalls gleich einer detailverliebten Gruppenverkleidung zur Serie «The Owl House» bedingte. Manche lösten bereits mit dem minimalistisch gehaltenen Sims-Look (ein Plumbob, fertig) zahlreiche «Sul Sul»-Rufe aus.

Freunde

Wir starteten unser Abenteuer in der Artist Alley, wo Künstler:innen aus aller Welt ihre Werke präsentierten, live zeichneten und sich mit Fans austauschten. Hier konnte man die schöne Stimmung geniessen, die aufwändigen Cosplays anderer Besucher:innen bewundern und bekannte Gesichter wiedersehen. Dieser Bereich fühlte sich sehr «wholesome» an und war ein Strudel an Gefühlen zwischen Umarmungen, Stickern, Gesprächen und Begeisterung. Mehr dazu in den noch folgenden Interview-Beiträgen.

Positiv hervorzuheben waren die regelmässig anzutreffenden «No AI»-Schilder an Ständen. Kunst und Kunsthandwerk, von kreativen Menschen erdacht und gemacht, sollen wertgeschätzt werden. Dazu gesellte sich inzwischen auch der eine oder andere «No 3D Print»-Hinweis; denn ja, die Menge immer gleicher Produkte, mit derselben Vorlage aus dem 3D-Drucker gejagt, nimmt an den Conventions inflationär zu. Kreativität sieht anders aus.

Food

Wer in Buchhandlungen ab und zu durch die Kochbuchregale browst, weiss: Popkultur ist längst in der Küche angekommen. Sei es Ghibli, Star Wars oder Harry Potter – es gibt fast nichts, das noch keine kulinarischen Kreationen inspiriert hat. Die Fantasy Basel zog mit und zeigte auf der neuen Yummy Scrummy Stage, wie man Dumplings, Mochis & Co. zaubert. Pablo Vögtli von SRF Bounce brachte Trap Kitchen live auf die Bühne, und unser aller Kinderbuchheld Globi «half» Dorrit Türk beim Zusammenbau seiner neusten Fingerfood-Highlights aus der Betty-Bossi-Reihe. Wir hoffen, er hat sich die Hände (Federn?) gewaschen.

Das Foodangebot zum Sofortverzehr war ansonsten wie üblich stark geprägt von asiatischer Popkultur (Karaage, Corndogs, Ufoburger), Zucker und Frittierfett. Conny hat sich zum ersten Mal einen Obststand gewünscht. Beeren und Kiwis führte man sich allerdings eher via Bubble Tea zu Gemüte; der Vitaminhaushalt konnte auch später noch ausgeglichen werden. Meist war das Geld eh bereits für kommissionierte Zeichnungen, Prints oder MTG-Proxys ausgegeben, bevor der Magen sich meldete.

Fun

In der Artist Alley konnte dieses Jahr erneut an verschiedensten Stamp Rallys teilgenommen werden, bei denen man sich Stempel ausgewählter Artists abholte. Wir haben bei den Creature Collections, organisiert von aoyuna und Papercalypso, mitgemacht und wurden mit einem Stickersheet mit elf cuten Vögel belohnt.

Im Sport- und Actionbereich konnte man beim Wrestling oder Taekwondo zuschauen, sich im Armdrücken messen oder Darten; im Space-Bereich liess sich der Lichtschwertkampf üben. Körperlich entspannter befriedigte man seinen Spieltrieb im Gaming-Bereich oder bei den Brettspielen und TCGs. Für das Bauerndiplom im Schach reichte es uns leider nicht, wir haben uns aber an ein Journaling-RPG gewagt, unsere Magic-Sammlung aufgestockt und mit «Sorcery» ein neues Trading Card Game kennengelernt.

Neu war auch eine Ausstellung zum Basler Comic-Wettbewerb mit dem Thema «Freundschaft». Die Arbeiten der Gewinner:innen waren so vielfältig wie berührend und luden zum Verweilen in der Leseecke nebenan ein – vielleicht mit einer Neuentdeckung aus dem Fantasy- oder SciFi-Literaturangebot. Gerne mehr davon.

Ansonsten gab es auf den insgesamt sechs Bühnen ein vollgepacktes Programm mit zahlreichen Gästen zu erleben. Wir haben kurz bei Evie Templeton («Wednesday») und Ivana Baquero («Pan’s Labyrinth») reingeschaut und Einblicke in den Drehalltag von früher und heute erhalten. Besonders interessant war es dabei zu hören, wie sich der Alltag für jugendliche Schauspieler:innen in den letzten 20 Jahren verändert hat.

Ihr seht: Die Fantasy 2026 war gross, die Fantasy 2026 war viel. Es war für jeden Geschmack etwas dabei, und zwei Tage reichten fast nicht aus, um alles zu sehen und zu erleben. Wir freuen uns schon auf die nächste Ausgabe.


Mehr Phosphor: Unsere Eindrücke der Fantasy Basel 2025 im Beitrag.

Fantasy Basel 2026

Ort:
Messe, Basel

Datum:
14. bis 16.05.2026

Website:
fantasybasel.ch

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