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ZURICH POP CON 2025: Swiss Artists

von Michael Bohli • 02.10.2025

Die Artist Alley war eines der Highlights an der ZURICH POP CON 2025. Wir haben mit sechs Künstlerinnen aus der Schweiz über die Convention und ihre Arbeit gesprochen.

An jeder Convention gibt es fixes ein Highlight: die Artist Alley. Auf vielen Quadratmetern versammeln sich hier Künstler:innen aus verschiedenen Ländern und Ortschaften, um ihre kreativen Werke zu präsentieren; so auch bei der diesjährigen ZURICH POP CON.

Wir sind von Booth zu Booth spaziert, haben wundervolle Werke bestaunt und mit sechs Künstlerinnen aus der Schweiz gesprochen. Ein Beweis für die unendliche Vielfalt an Kreativität in unserem Land.

Xéna & Kin

Mit dem Ziel, Pluralität und mentale Gesundheit zu fördern, haben sich diverse Personen zu Xéna & Kin zusammengeschlossen. Ein familiäres Bündnis von Gleichgesinnten, die zusammen gestalten. Wir haben an der Con mit Anja gesprochen.

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Phosphor: Wie geht es dir und auf was freust du dich an der Convention?

Anja: Mir geht es gut, danke. Ich freue mich sehr darauf, neue Leute und Künstler:innen kennenzulernen – und die Cosplays sind immer grossartig. Zudem bin ich zum ersten Mal hier an der ZURICH POP CON dabei und freue mich, diese erleben zu dürfen.

Hast du ein Lieblingsobjekt an deinem Stand?

Ich habe einen Sticker auf dem «That’s Gay» steht, dahinter ist die Pride-Flagge abgebildet, und viele Leute lachen und freuen sich darüber. Darum wird es langsam auch zu meinem liebsten Sticker.

Du hast aber nicht nur Sticker, sondern auch kleinere Gegenstände wie Anhänger oder Ketten.

Es ist toll, wenn Leute meine Zeichnungen und Designs auch tragen können und die 2D-Designs fassbar werden. Die Produktion gebe ich bei Freund:innen in Auftrag, alles was auf Papier gedruckt wird, stelle ich selbst her.

Was studierst du aktuell?

Nachdem ich an der ETH ein Biologiestudium begonnen habe, merkte ich, dass Kunst meine Leidenschaft ist und habe neu mit dem Studium an der ZHdK angefangen. Das hat mir schon jetzt vieles betreffend Darstellung und Textwirkung beigebracht.

Hast du Träume für die Zukunft?

Sehr schön wäre es, wenn mein zukünftiger Beruf mit Kunst und Kreativität zu tun hätte und ich bald auch im Ausland an einer Convention teilnehmen könnte. Für Leute, die planen, zum ersten Mal an einer Con dabei zu sein, sage ich: Starte klein, mit wenigen Gegenständen, die ihr selbst herstellen könnt. Habt keine Angst und macht einfach!

AnnlilArt

An Annlils Stand fühlte man sich geborgen und wie auf einem Spaziergang durch Wald und Wiese: Überall glückliche Vögel und Holzstrukturen. Die Künstlerin konzentriert sich auf naturgetreue Illustrationen und ist freiberufliche Kinderbuchillustratorin.

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Phosphor: Wie geht es dir und auf was freust du dich an der Convention?

Annlil: Gut, ich bin voller Energie und Freude – auch wenn es sehr laut und warm ist hier in der Halle (lacht). Ich freue mich auf Gespräche mit Leuten und darauf, Stammkund:innen zu treffen.

Du magst Vögel sehr gerne. Hast du einen Lieblingsvogel?

Mein Lieblingsvogel ist die Amsel, den Zaunkönig male ich aber am häufigsten.

Beobachtest du Vögel in der Natur?

Ja, aber meist bloss von meinem Fenster aus. Ich bin keine Hobby-Ornithologin, sondern freue mich über Sichtungen im Wald oder bei meinem Zuhause. Wo ich aufgewachsen bin, gab es eine grosse Weide, in der Tauben genistet haben. Das war toll zu beobachten.

Deine Zeichnungen und Malereien sind sehr detailreich. Wie lange arbeitest du daran?

Wenn ich mit Holz arbeite, wie etwa bei den Zaunkönigen, benötige ich für alle Arbeitsschritte inklusive Zeichnung und Holzvorbereitung acht bis zwölf Stunden. Es ist Zeit, die ich gerne investiere.

Aktuell arbeite ich am liebsten mit Holzgrundlagen, das fühlt sich schön an und gibt durch die sichtbaren Strukturen eine neue Verbindung zur Natur.

Hast du ein Lieblingsobjekt an deinem Stand?

Schwierige Frage (lacht). Meine Prints liegen mir sehr am Herzen, da für mich alles mit diesen Arbeiten begonnen hat.

Becky Cas

Becky Castañeda ist freiberufliche Illustratorin und Designerin und hat mit ihrem bunten, herzerwärmenden Stil bereits diverse Produkte verschönert. An der ZURICH POP CON lockten Formen und Farben zahlreiche Leute an den Stand, die von den knuffigen Tierchen begeistert waren.

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Phosphor: Wie geht es dir und auf was freust du dich an der Convention?

Becky: Gut, danke. Ich mag Conventions sehr und freue mich total auf die Interaktionen mit der Community und darauf, befreundete Künstler:innen zu treffen. Am wichtigsten ist, dass es Spass macht.

Hast du ein Lieblingsobjekt an deinem Stand?

Hmm, ich mag meine Plüschies sehr. Sie sind süss und ich liebe Hasen.

Du arbeitest mit intensiven Farben – hast du eine Lieblingsfarbe?

Ganz klar Lila!

Auf deinen Motiven wird oft geknabbert. Snackst du gerne?

Ja! Marshmallows mag ich echt gerne, besonders wenn ich sie geröstet habe. Das mache ich zum Beispiel bei Freund:innen über dem Grill. Und Chips mag ich ebenfalls.

Dann sollte jemand Marshmallow-Chips herstellen! Woher nimmst du deine Inspiration?

Wir leben hier in einem sehr schönen Land und die Natur hat grossen Einfluss auf mich. Ich mag Berge und bringe diese oft in meinen Zeichnungen unter.

Gibt es Werkzeuge, mit denen du gerne arbeitest?

Für mich ist es am einfachsten, mit dem iPad Pro und ProCreate zu arbeiten. Ich kann es überall hin mitnehmen und sofort mit den Zeichnungen Produkte herstellen. Das macht das Arbeiten sehr flexibel.

Hast du einen Ratschlag für Leute, die auch kreativ arbeiten möchten?

Besonders in Bezug auf Conventions sollte der Spass im Vordergrund stehen, erwarte nicht zu viel und lass dich überraschen. Sei nicht zu streng mit dir und sei bereit, mit den Leuten zu interagieren.

Aoyuna und Leya Luna

Von Farbstiftzeichnungen zu digital gestalteten Stickerbögen war am gemeinsamen Stand der in Zürich lebenden Künstlerinnen alles vorhanden. Die vielseitig engagierte Aoyuna zeigte ihre neuesten Designs und Produkte, Leya Luna arbeitet als Autorin und Illustratorin für Kinderbücher und war mit zahlreichen Motiven am Start.

AoyunaLeya Luna

Phosphor: Wie geht es euch und auf was freut ihr euch an der Convention?

Leya: Super! Es ist jedes Mal schön, wiederkehrende Besucher:innen zu treffen.

Aoyuna: Ja, genau. Mir geht es gut und ich freue mich auch, Künstler:innen wieder zu treffen.

Habt ihr ein Lieblingsobjekt an eurem Stand?

Aoyuna: Für mich sind es meine Star-Pouches, die mein grösstes bisheriges Projekt sind und mir sehr am Herzen liegen.

Leya: Bei mir sind es meine Keychains und meine Stickers.

Nach der Fantasy habt ihr hier erneut zusammen einen Stand. Wie kommt das?

Aoyuna: Wir haben die Lehre zusammen gemacht und Leya hat dann vorgeschlagen, an der Fantasy Basel einen gemeinsamen Stand zu machen – was wir 2018 getan haben.

Leya: Der Stand war echt mies und damals haben uns viele Leute Tipps gegeben (lacht). Seitdem haben wir uns stark verbessert.

Aoyuna: Unser Traum ist es, einmal ein Zelt zu haben. Mit Spotlights, Musik, einem viel zu lauten Glücksrad und einer T-Shirt-Kanone, die zu voller Stunde abgefeuert wird (lacht).

Leya, du bist zurück aus London in der Schweiz, hast du dich akklimatisiert?

Leya: Ja, ich freue mich sehr, wieder mit Aoyuna Conventions machen zu können und bin wieder hier angekommen. In London war ich an der Comic Con unterwegs und war erstaunt, wie klein die Veranstaltung im Vergleich zur ZURICH POP CON und Fantasy Basel ist.

Aoyuna, wie läuft es mit dem Game «Projected Dreams» von Flawberry Studios?

Aoyuna: Wir sind sehr froh, das Spiel veröffentlicht zu haben und arbeiten aktuell an der Portierung für die Nintendo Switch. Es war eine grossartige Erfahrung, ein Game vom ersten Entwurf bis zum Release selbst gestalten zu können – und es hat sich bisher auch ganz gut verkauft.

Mit welchen Werkzeugen arbeitet ihr am liebsten?

Leya: Mit Farbstiften; die Rückkehr nach Zürich hat mich wieder in die analoge Welt teleportiert (lacht). Das Arbeiten damit hat sehr viel Charme.

Aoyuna: Ich bleibe digital, da es sehr flexibel ist und ich weniger Material transportieren muss.

NatiNutu

Die Detailverliebtheit und die intensiven Farben am Stand von NatiNutu aus Genf waren umwerfend. Die Illustratorin lud mit ihren Werken in eine zauberhafte, bunte und auch mal sanft surrealistische Welt ein.

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Phosphor: Wie geht es dir und auf was freust du dich an der Convention?

NatiNutu: Gut, danke. Ich komme aus Genf und bin zum ersten Mal an der ZURICH POP CON. Ich besuche seit ich klein bin Conventions und hatte viel Spass an der Fantasy Basel, darum habe ich mich hier ebenfalls angemeldet.

Für mich steckt in deinen Arbeiten viel Magie. Braucht unsere Welt mehr Magie?

Ja, unbedingt. Für mich ist es sehr wichtig, dass ich Farben und Positivität um mich herum habe. Das hilft im Leben.

Einige deiner Arbeiten basieren auf Momenten, die du mit Fotos oder Videos festgehalten hast. Was inspiriert dich?

Tiere und Natur im Allgemeinen liebe ich sehr, Architektur übt ebenfalls eine grosse Faszination auf mich aus. Mit meinen Arbeiten kann ich Erinnerungen festhalten und die Freude mit anderen Menschen teilen.

Wann hast du mit dem Zeichnen angefangen?

Ich zeichne seit ich vier Jahre alt bin und habe seitdem nicht mehr aufgehört. Es ist ein wichtiger Bestandteil meines Lebens und hat eine therapeutische Wirkung. Wie lange ich an einer Zeichnung arbeite, ist unterschiedlich, mindestens aber drei bis fünf Stunden.

Die Farben sind bei dir ebenfalls sehr kräftig. Wie wählst du diese aus?

Farben habe ich schon immer geliebt und die Wahl einer bestimmten Farbe fühlt sich für mich sehr natürlich an. Intensive, kräftige Farben haben eine starke Wirkung und fühlen sich zugleich andersartig an, das mag ich sehr.

Hast du ein Lieblingsobjekt an deinem Stand?

In all meinen Arbeiten gibt es etwas, das ich sehr gerne mag. Und ich denke, es hat für alle etwas zum Entdecken dabei.


Mehr Phosphor: 5 weitere Gespräche mit Artists an der Fantasy Basel 2025.

ZURICH POP CON

Ort:
Messe, Zürich Oerlikon

Datum:
27. bis 28.09.2025

Website:
zurichpopcon.ch

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